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Brockhaus™/Duden™/Meyers™/Harenberg™
Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG™
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Damenfrieden
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Als "Damenfrieden" wird der Friedensschluss zwischen Spanien und Frankreich
vom 03. Aug. 1529 bezeichnet.
Für Spanien schloss ihn Margarete von Österreich (die Tante Karls V.) und für Frankreich Louise von
Savoyen. Es ging bei den Auseinandersetzungen um das burgundische Erbe von
Maximilian I.
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Damenwinde
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Passatwinde.
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Danaergeschenk
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Ein verdächtiges, unheilbringendes "Geschenk".
Der Hintergrund ist das "Trojanische Pferd".
Griechen = Danaer (nach Homer).
Siehe auch: Mythologie/Odysseus.
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dannen
auch:
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.
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darben
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Darben meint hungern, Mangel leiden.
Den Begriff 'darben' gab es schon (mit gleicher Bedeutung) im
Althochd. und auch später
im
Mittelhochd.
Bei Heinrich Heine heißt es in:
'Deutschland. Ein Traum!'
»...
O der Schande! jene darben,
Die das Vaterland befreit;
Ihrer Wunden heil'ge Narben
Deckt ein grobes Bettlerkleid! ...«
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dasig
auch:
hiesig
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Anwesend.
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dauern
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1. einen Zeitraum beschreiben (z. B.: 'andauern', währen
2. als alter Ausdruck für 'leid tun', 'traurig machen'.
Im mndt. gibt es den Begriff 'duren' mit gleicher Bedeutung.
'Dauern', wie 'duren' stammen vom Lateinischen: 'durare' = dauern.
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Daus
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1. eine alte Spielkarte (höchster Wert).
2. die Zwei bei einem Würfelspiel.
3. In Ausdrücken der Verblüffung wie: 'Ei der Daus', 'Potz Daus' kommt es auch heute noch vor.
Weiter meint 'Daus' mitunter: einen Betrüger, einen 'Teufelskerl' oder auch den Teufel.
Bei Klabund heißt es in:
'Der Totengräber'
»Ich rede frisch von der Leber
Weg, zum *Parlieren
Und *Zieren
Ist keine Zeit.
Ein armer, wandernder, stellenloser Totengräber
Bittet um Arbeit.
Habt ihr keinen Toten zu begraben?
Keine Leiche im Haus?
Ei der Daus!
Keine Mutter? Keine Tochter? Keinen Mann?
Ich begrabe sie, so gut ichs kann.
Bei mir ist jeder gut aufgehoben,
Das Werk wird seinen Schöpfer loben.
Ich trage die Schaufel stets bei mir
Und begrabe Sie auf Wunsch im Garten hier.
Die Erde leicht und lau fällt
Auf Ihre Rippen
Wie Schnee.
Ein Grab ist schnell geschaufelt.
Die Lippen
Lächeln: Ade! ...«
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Deckmantel
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Gemeint ist heute Verschleierung.
Siehe dazu auch die Ursprungsbedeutung in der Redewendung: Deckmantel.
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Deckzäune
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Niedrige Zäune (gegen die Windrichtung aufgestellt), die den Flugsand
aufhalten sollen.
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Denkzettel
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Eine (meist kleinere) Rache an jemandem vollziehen.
Der Ursprung geht wohl auf die Gebetsvorschriften im jüdischen Glauben zurück.
Der 'Denkcedel' ist ab etwa dem 15. Jh. als Begriff in der Rechtssprache mit der
Bedeutung: schriftliche Vorladung zum Gericht gebräuchlich gewesen.
Ab etwa Ende des Mittelalters wurde dieser Begriff auch im Sinne eines allgemeinen Merkzettels, einer Erinnerungshilfe
genutzt.
Siehe dazu auch: Bibelzitate: Denkzettel.
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Deut
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Ein Deut war eine niederländ. Münze des 14. bis 17. Jh. von nur geringem Wert.
Siehe auch:
Batzen |
Belagerungsmünzen |
Deut |
Ewiger Pfennig |
Halbskoter |
Heckenmünze |
Heller |
Hungermünze |
Kipper und Wipper |
Münzverrufung |
Scherflein |
Schnapphahn |
Schrot und Korn.
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deuteln
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'Deuteln' hat eine negative Bedeutung, im Sinne von 'ein Haar in der Suppe finden wollen',
mit Gewalt Widersprüche auffinden wollen etc.
Der Begriff 'deuteln' ist abgeleitet von deuten (interpretieren, erklären).
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Dezimieren
auch:
Dezimation
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Der Begriff "dezimieren" oder "Dezimation" bedeutete beim Militär (sogar
schon bei den Römern!) noch bis in das 17. Jh. hinein, jeden 10. Soldaten
(etwa bei Meuterei oder "feiger Flucht") töten zu lassen.
Die Auswahl wurde meist durch Losentscheid herbeigeführt; mitunter waren sogar Offiziere davon
mitbetroffen.
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Dolmen
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Dolmen sind vorgeschichtliche Steingrabdenkmäler.
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Doppelkirchen
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Doppelkirchen sind zwei übereinandergebaute Kirchen (kommt bes. in Nonnenklöstern vor)
die untere war für den Pfarrdienst, die obere für die Nonnen bestimmt.
Die Kreuzkirche in Breslau ist noch so gestaltet?
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Doppelsöldner
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Ein Doppelsöldner war (meist) ein Landsknecht, der 2-fachen Lohn deshalb
erhielt, weil er z. B. eigene Waffen (etwa eine
Arkebuse) mitbrachte.
Weitere Redewendungen und Begriffe aus dem Militärischen (besonders des Mittelalters):
'kein Aufhebens machen', 'Brandschatzen',
'Doppelsöldner', 'Heft aus der Hand nehmen',
'Eine Lanze für jemanden brechen',
'Spitz auf Knopf stehen', 'im Stich lassen'
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Drachensaat
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Mit 'Drachensaat' sind Äußerungen gemeint, die Streit erzeugen.
Zurückzuführen ist dieser Begriff auf die Figur des Kadmos aus der griechischen Mythologie.
Kadmos (ein Bruder der Europa) hat Drachenzähne (eines von ihm erschlagenen Drachen) ausgesät,
aus denen sehr agressive Krieger endstanden, die sich bis auf 5 (die Spartoi ['die Gesäten'])
gegenseitig erschlugen.
Diese 5 halfen Kadmos beim Bau der Stadt Theben und wurden thebanische Adelige.
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Drangsal
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'Drangsal' ist ein alter Begriff für: Bedrängnis, Mühe.
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dräuen
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Dräuen ist ein alter Ausdruck für: drohen.
Beispiel: Es dräut schlechtes Wetter.
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Dritter Stand
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Die mittelalterliche Ständeordnung:
| 1. Stand | = Adel |
| 2. Stand | = Geistlichkeit |
| 3. Stand | = Bürgertum |
Mit der Industrialisierung kam auch eine weitere Unterteilung (nach Karl Marx) hinzu, bei der
sich das Bürgertum nocheinmal aufteilte:
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Drittes Reich
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Der Begriff wurde von 1933 an als Bezeichnung für den nat.-soz. dt. Staat
genutzt.
Ab 1939 wurde dieser Begriff aber vom Propagandaministerium abgelehnt
und offiziell nicht mehr benutzt, stattdessen war meist vom 'Reich' die Rede.
Der Begriff "Drittes Reich" wurde durch A. Moeller van den Bruck mit seinem Buch:
"Das Dritte Reich" um 1923 eingeführt. Moeller bezeichnet darin als:
1. Reich das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" und als
2. Reich das "Bismarck-Reich".
Siehe auch: Listen:
NS-Abk. NS-Personen
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Drittes Rom
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1325 war Moskau zum Sitz des Metropoliten (dem geistlichen Oberhaupt (Bischof) der
russ.-orthodoxen Kirche)
geworden und um diese Zeit wurde die Stadt zum Großfürstentum.
Mit dem Begriff "Drittes Rom" hat Moskau
auch seinen Anspruch auf eine führende Rolle in der Christenheit mit: Rom und
Byzanz (2. Rom) geltend gemacht.
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Duckdalben
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Duckdalben sind Pfähle zum Festmachen von Schiffen.
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Duckmäuser
auch:
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Erklärbar als 'sich duckende Mäuse' - also ängstliche, feige Menschen.
Kommt wahrscheinlich vom Mittelhochd. 'Dockelmus'
(mit gleicher Bedeutung) .
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Dunkelmännerbriefe
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Witzige Schmähschriften des 16. Jh.
Sie wurden absichtlich im sogenannten
"Küchenlatein" oder auch
Mönchslatein verfasst und richteten
sich gegen die theologischen Gegner (speziell die kölner Dominikaner) von
*Johannes Reuchlin in Köln.
Zusätzlich wurden noch Wissenschaft und Lehrweise des Mittelalters verspottet.
Reuchlin war gegen die damals geforderte Vernichtung jüdischer Literatur und
trat für eine tolerante Haltung gegenüber den Juden ein. Dies führte zu einem
Ketzerprozess gegen Reuchlin, der 1520 mit der Verurteilung Reuchlins endete.
Als Autoren der Dunkelmännerbriefe gelten vor allem:
*Crotus Rubianus
und
*Ulrich von Hutten.
Siehe auch Biogr.: Martin Luther.
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Duttenkragen
auch:
Mühlsteinkragen / Mühlsteinkrause.
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Diese voluminösen aus gesteiftem Leinen bestehenden Halskrausen wurden im
17. Jh. in den Niederlanden und Dtl. getragen.
Duttenkragen (Frans Hals)
(*um 1581 +29.08.1666), Niederlande )
'(Bildausschnitt)'
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| Johannes Reuchlin = |
Johannes Reuchlin (*22. Feb. 1455 30. Jun. 1522) war Humanist und Zeitgenosse Luthers.
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| Crotus Rubianus = |
Crotus Rubianus (*1480 um 1545) war Humanist und mit
Martin Luther
und
*Ulrich von Hutten
befreundet.
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| Ulrich von Hutten = |
Ulrich von Hutten (*21. Apr. 1488 29. Aug. 1523) war Humanist und mit Martin Luther
und
*Crotus Rubianus
befreundet.
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