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Literatur: Mittelalter

Lachschlag
Laffe (1)
Laffe (2)
Lalebücher
Lappalie
Lappenbäume
Latein. Küche
Latein. Kunst

Leseholz

Lichtzieher
Liebesknoten

lobesam
Loreley
Losbücher
Lostage
Lachschlag
Lachschlag: Bewusstlosigkeit als Folge von zu heftigem Lachen.

Auch: Geloplegie, Gelolepsi.
Ein Laffe
Ein Laffe: ein eingebildeter, dummer Mensch.

Ist wahrscheinlich hergeleitet von Löffel, Affe oder Maulaffe.

Weitere Beispiele sind: Lump von Lumpen (zerissene Kleidung, Putztuch) und läppisch von Lappen.
Eine Laffe
Eine Laffe: der schalenförmige, vordere Teil eines Löffels.

Die Laffe ist wohl der hohlen Hand nachgebildet. Der Begriff hat sich wahrscheinlich aus dem ahd. "leffil" = lecken, über laffan zu Laffe verändert.
Lalebücher
Schwänke, die zum Ende des 16. Jh. im Elsass entstanden sind.

Besser bekannt sind sie unter dem Titel einer späteren Bearbeitung: "Die Schildbürger".
Lappalie
Lappalie: unwichtige Kleinigkeit / etwas, das leicht zu erledigen ist ...

Der Begriff: "Lappalie" stammt vom dt. Wort: "Lappen". Es wurde wohl von Studenten verballhornend (~17. Jh.) abgeleitet - etwa wie aus: Personal - Personalie wurde ...
Lappenbäume
auch: Fetzenbäume.
Ein heiliger Erinnerungsbaum.
Stamm und Äste wurde mit Kleidungsfetzen als Opfer geschmückt.
Diese Sitte war bei den: Griechen, Römern, Kelten, Ägyptern bekannt.

Hier liegt nahe, dass dieser Brauch mit unserem Schmücken des Tannenbaumes verbunden ist.
Lateinische Küche
Früher: eine Apotheke.


Siehe auch: Rezeptur und Apotheke.
Lateinische Kunst
Magie, Aberglaube bei Jägern, dass Waffen, Wild etc. durch ein Bündnis mit dem Teufel verzaubert werden können.
Leseholz
auch: Raffholz.
Holz, das von Holzsammlern aufgelesen, aufgerafft werde durfte.

Nach preußischem Landrecht zählten dazu: Holzabfall, trockene einzelne Äste ...
Lichtzieher
Ein Lichtzieher war ein Kerzenhersteller.

Es war jemand, der die Kerzen nach altem Verfahren "zog", also ein Kerzen-Zieher.
Liebesknoten
Ein Liebesknoten ist ein Begriff aus der Wappenkunde. Es ist die Darstellung einer Schnur, die die Form einer doppelten 8 hat. Der Liebesknoten war das Zeichen für eine verheiratete Frau.

*Wir vermuten, dass deshalb auch Schwiegertöchter (im Zusammenhang mit dem Begriff 'Liebesknoten') als Schnur bezeichnet wurden.
lobesam
Lobesam ist ein alter Ausdruck für: lobenswert, lobenswürdig.

Sie finden ihn z. B. in dem Gedicht: Herr von Ribbeck auf Ribbeck ...
Loreley
Die verführerisch schöne Sagengestalt: die Loreley hat ihren Namen von dem gleichnamigen Felsen im Rhein (bei St. Goarshausen (RP)).

"Lei" kommt dabei wohl aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutete dort: Schieferstein, Fels, Stein ...

"Lore" oder "Lure" bedeutete im Mittelhochdeutschen: Lauer, Hinterlist ...

Zusammengesetzt also: 'Felsen der Hinterlist' oder auch: 'hinterlistiger Felsen'.


Einige dt. Dichter haben sich schon von dem Felsen inspirieren lassen:

  • Clemens von Brentano:
    (in seiner Ballade: "Die Lore Lay").


  • Joseph von Eichendorff:
    (in einem Gedicht).


  • Mit Heinrich Heines Gedicht: "Die Loreley" (und der späteren Vertonung durch: F. Silcher) wurde die Figur populär.


  • Heinrich Heine (*13. Dez. 1797 †17. Feb. 1856)

     'Die Loreley'  (1824)

    »Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
    Daß ich so traurig bin;
    Ein Märchen aus alten Zeiten
    Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
    Die Luft ist kühl und es dunkelt,
    Und ruhig fließt der Rhein;
    Der Gipfel des Berges funkelt
    Im Abendsonnenschein.

    Die schönste Jungfrau sitzet
    Dort oben wunderbar,
    Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
    Sie kämmt ihr goldenes Haar.
    Sie kämmt es mit goldenem Kamme
    Und singt ein Lied dabei;
    Das hat eine wundersame,
    Gewaltige Melodei.

    Den Schiffer im kleinen Schiffe
    Ergreift es mit wildem Weh;
    Er schaut nicht die Felsenriffe,
    Er schaut nur hinauf in die Höh.
    Ich glaube, die Wellen verschlingen
    Am Ende Schiffer und Kahn;
    Und das hat mit ihrem Singen
    Die Loreley getan.«

    _____________________________________

    Siehe auch: weitere Gedichte: H. Heine.

    Losbücher
    auch: Punktier- / Traum-, Wahrsagebücher.
    Losbücher enthielten Orakelsprüche, die vor allem der Unterhaltung dienten.

    Im Europa des Mittelalters entstanden sogenannte Losbücher (Wahrsagungsbücher). Sie bauen auf röm. und griechische Wahrsagebücher und -traditionen auf.

    Erste gedruckte Losbücher erschienen seit ca. 1482. Wie z. B. das dt. Losbuch: ('Sortilogium, so hebet sich hie an gar ain aubentürliches und schons loßpuch', aus Ulm um 1482)
    Lostage
    auch: Bauerntage / Lurtage / Noteltage.
    Mit den Lostagen sind insgesamt 84 Tage im Jahr gemeint, die für den Volksaberglauben von besonderer Bedeutung sind. Diese Tage sollen danach wetterbestimmend für einen folgenden Zeitraum sein. Daher stammen auch wohl die sogenannten Bauernregeln (Bauerntage).

    Zusätzlich sind noch alle Kirchenfesttage und die Raunächte (auch: Rauhnächte), der Siebenschläfer (27. Jun. ) und die "Gestrengen Herren" zu den 84 Lostagen dazuzuzählen.
    Der Januar hat 11 Lostage.


    Weiteres zum Thema Aberglauben:
    Feuerbesprechen | Freitag der 13. | Glückshaube | Hämmerling | Holden | Hubertusschlüssel | Lostage | Pullomantie | Rauchnächte | Zwölfnächte
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    - lexikalischer Auskunftsdienst / Münster (Westfalen)




















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    (04.05.2003)
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