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Kafiller
auch:
Abdecker, Freiknecht, Fall-, Feld- oder Wasenmeister,
Schinder.
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Der Kafiller (oder auch Schinder) hatte z. B. die Aufgabe, verendetes Vieh wegzuschaffen,
zu verscharren, freilaufende Hunde einzufangen, Kloaken zu reinigen ...
Seine Stellung brachte es nach altem dt. Recht mit sich, dass der Schinder
als anrüchig galt, d. h., dass er nicht in eine Zunft eintreten, noch den Militärdienst
leisten konnte.
Er war aber nicht vollkommen ehrlos (so konnte er z. B. Zeuge vor
Gericht sein). Die Kinder des Schinders hatten den Makel der Ehrlosigkeit
allerdings nicht mehr.
Literatur zum Thema: Mittelalter
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Kanake
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Der (heute in unseren Breiten abwertend für 'Ausländer' gebrauchte) Begriff 'Kanake'
stammt vom Polynesischen: 'Kanaka' und bedeutet dort ganz einfach: 'Mensch'.
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Kamerad
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Kamerad: Der Begriff stammt vom Ital: "camera" = "Kammer"; bzw.
"camerata" = "Kammergemeinschaft, Gefährte".
Ein Kamerad ist also ursprünglich jemand, der "in der gleichen Kammer lebt".
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Karneval
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Der Begriff kommt (wahrscheinlich!) von ital.: "carne vale". Er bedeutet Fleischwegnahme.
Ursprünglich war es der Tag vor der vorösterlichen Fleischenthaltung.
Daher auch der Begriff: "Fast"-Nacht.
Später wurde der Begriff Karneval für einen längeren Zeitraum eingesetzt.
Brauchtum:
Unsere Karnevalsbräuche (Tänze, Gesang, Verkleidung ...) gehen mit großer
Sicherheit auf röm. und byzantinische Winter-Ende-Feste, bzw. Frühlingsfeste
zurück.
Es gibt sehr viele recht unterschiedliche Karnevals-Formen
(ältere und neuere). So z. B.:
auf den Kanaren, Belgien, Schweiz, New Orleans, Nizza, Österreich,
Quebeck, Rio de Janeiro (Karneval do Brasil), Rom, Übersee, Venedig (Masken!),
in Dtl.: (Aachen, Köln, Düsseldorf, Mainz, Münster ...).
Ein sehr schönes Bild zum Thema existiert von Pieter Bruegel:
P. Bruegel (d. Ältere)
'Karneval versus Fasten'.
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"Streit des Karnevals mit dem Fasten" (1559).
Sie können es sich unter
folgender WWW-Adresse (DIE Museumsseite) unter: Bruegel herunterladen:
http://artchive.com/ftp_site.htm
Siehe auch: Herkunft: Rosenmontag.
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Kärrnerarbeit
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Veraltet für harte körperliche Arbeit.
Ursprünglich war dies wohl eine Arbeit, die von einem Karrenführer,
einem "Kärrner" ausgeführt wurde.
Schiller: Xenien (Spottgedichte).
»Wenn die Könige bauen, haben die Kärrner zu tun.«
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(Dt. Sage:
'Der Kärrner zu Gesicke in Westfalen' ).
»In der Stadt Gesicke kam ein Kärrner zur Abendzeit in ein
Wirtshaus und wollte übernachten ...«
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Der Begriff "Kärrnerarbeit" wird heute auch auf andere
anstrengende, zähe Bemühungen (Politik ...) übertragen.
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Kasematten
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Kasematten: Bezeichnung für schusssichere unterirdische Anlagen, oder Räume in einem
Festungswerk, oder gepanzerte Geschützstände.
Der Begriff Kasematten kam Ende des 16. Jh. aus dem Französischen nach Deutschland.
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Katzbalger
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Katzbalger waren kurze Schwerter mit stark abgerundeter Spitze.
Sie waren eine Zusatzbewaffnung der sog. Reisläufer (etwa 13. bis 18. Jh.).
Siehe auch:
Fähnlein |
Katzbalger |
Reisläufer
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Kebse
auch:
Kebsweib.
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Der Begriff: Kebse kommt aus dem Mittelhochd. und bezeichnet eine "Nebenfrau".
Der Begriff: "Kebsweib" = 'Nebenfrauweib' ist also strenggenommen ein
Pleonasmus (eine sinnlose Verdopplung).
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Kemenate
auch:
Kemnate / Kemmat.
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Der Begriff stammt vom lat. "caminta". Gemeint ist damit ein Zimmer mit einem
Kamin in einer Burg. Es war also ein beheizbarer Raum der Burgen
(und meist der einzige!).
Später wurde auch der Wohnraum für Frauen (in größeren Burgen ...) und mitunter
das ganze Wohnhaus, das diesen (beheizbaren) Raum enthielt, so genannt.
Siehe auch zu Burgen:
Bergfried |
Kemenate |
Pechnase.
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kiesen
auch:
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Der Begriff: kiesen meint: küren.
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Kemenate
auch:
Kemnate / Kemmat.
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Der Begriff stammt vom lat. "caminta". Gemeint ist damit ein Zimmer mit einem
Kamin in einer Burg. Es war also ein beheizbarer Raum der Burgen
(und meist der einzige!).
Später wurde auch der Wohnraum für Frauen (in größeren Burgen ...) und mitunter
das ganze Wohnhaus, das diesen (beheizbaren) Raum enthielt, so genannt.
Siehe auch zu Burgen:
Bergfried |
Kemenate |
Pechnase.
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Kipper und Wipper
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Die Kipper und Wipper waren Münzbetrüger des frühen 17. Jh.
Sie waren in Frankreich, aber auch in Deutschland vertreten.
Kipper:
Die Kipper waren Münzbetrüger, die die damals noch ungeränderten Kupfermünzen
am Rand beschnitten. Das abgeschnittene Material wurde dann von ihnen für
neue Münzen eingesetzt.
Wipper:
Wipper waren Münz- bzw. Wechselbetrüger. Sie haben beim Wiegen (dem Wippen)
der Münzen betrogen.
Ausgelöst wurden diese Betrügereien wohl auch durch die Knappheit von Edelmetallen zu Beginn
des 30-jährigen Krieges (1618-48). Durch das Kipper- und Wippertreiben
wurde auch die Inflation angeheizt. 1622 wurde ein Verbot des 'Kippergeldes' erlassen.
Siehe auch:
Batzen |
Belagerungsmünzen |
Deut |
Ewiger Pfennig |
Halbskoter |
Heckenmünze |
Heller |
Hungermünze |
Kipper und Wipper |
Münzverrufung |
Scherflein |
Schnapphahn |
Schrot und Korn.
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kirre
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Der Begriff: kirre kommt vom Mittelhochd. "kürre" und meinte schon im 12. Jh.
'zahm, mild'.
Beispiele für die heutige Verwendung:
'kirre sein' (= müde, erschöpft sein) und 'jemanden kirre kriegen (oder kirre machen)' (= jemanden klein kriegen, ihn gefügig machen).
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Klaglibell
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Lat. "libellus" = eine kleine Schrift.
Eine Klaglibell war eine Eingabe an eine Behörde.
Siehe auch: Gravamina.
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Klapperstein
auch:
Lasterstein.
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Ein schwerer Stein, der mit einer sogenannten Schandmaske versehen war.
Dieser Stein wurde Gotteslästerern und auch Klatschweibern, zänkischen Frauen um den Hals gehängt.
Sie mussten damit (angeführt von einem Pfeiffer und einem Trommler) mit einem Büßergewand bekleidet
um die Kirche oder durch die Stadt ziehen.
Diese Strafe wurde noch bis in das späte 18. Jh. angewendet.
Bei Johannes Pauli (*~1450), einem Franziskanermönch, steht die volkstümliche Erzählung:
'Der Man stand im Halßeisen'
»Uf ein Zeit was ein Frau, die het beschult, das man sie offenlich straffen solt, als an etlichen Orten ist,
und sie in das Halßyssin stellen und ir ein Brieff an die Stirn machen, daran ir Boßheit geschriben ston;
in etlichen Stetten hat man ein Korb.
Ir Man het sie zu lieb, darumb er billich bei den Narren ston sol,
und überkam mit den Herren und gab Gelt für sie. Also er trug den Lasterstein für sie, oder stund für sie
in das Halßyssin.
Wan es sich darnach begab, das sie uneins wurden und mit einander haderten, so verweiß sie
es im und sprach dannocht auch vor den frembden Lüten:
›Ich bin doch noch nit in dem Halßyssin gestanden als du.‹
Das war gar ein grose Undanckbarkeit, die Schand,
die sie im uffhub und verweiß, die sie hat verschult; sie solt die Straff gelitten haben, dy er leid ...«
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In Mühlhausen hängt noch solch ein Klapperstein an einer Kette am Rathaus.
Darauf ist zu lesen:
»Zum Klapperstein bin ich genannt,
Den bösen Mäulern wohl bekannt.
Wer Lust zu Zank und Hader hat,
Der muß mich tragen durch die Stadt.«
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Klippschule
auch:
Beischule, Winkelschule.
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Eine Klippschule war eine Elementarschule (eine Schule für die Kleinen).
Klippschulden waren kleine Schulden.
Klippverse waren Knüttelverse (also eher geringwertig ...).
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Knappsack
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Ein Knappsack war ein Vorratsbeutel (16. und 17. Jh.?).
In ihm wurden meist Lebensmittel, wohl aber auch andere Gegenstände aufbewahrt.
Dazu ist bei Grimmelshausens in
'Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch'
(von 1668?) zu lesen:
»Als ich mich nun abwegs machen wollte, strauchelte ich über das Feuerrohr; das nahm ich zu mir,
weil ich bereits mit dem Geschoß umzugehen bei den Kroaten gelernet hatte. Da ich weiterschritte,
stieß ich auch an einen Knappsack, welcher gleich meinem Kleid von Kalbfellen gemacht war; ich hub
ihn ebenmäßig auf und fand, daß eine Patrontäsche, mit Pulver, Blei und aller Zugehör wohl versehen,
unten daranhieng.«
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Konterbande
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Konterbande meint Schmuggelgut.
Der Ausdruck kommt vom Italienischen 'contra bando' (= 'gegen die Verordnung').
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Krack
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Ein Krack ist ein Lastschiff des 15. Jh.
Siehe auch:
Füst |
Hornach |
Krack |
Naue |
Weidling.
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Krawatte
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Uns ist die Krawatte auch geläufig als: Binder, Schlips.
Übernommen wurde der Begriff: 'Krawatte' von der Bezeichnung für ein
ost-europäisches Volk, die: Kroaten (dt., mundartlich (Einzahl): 'Krawat').
Hintergrund:
Die Soldaten eines kroat. Regiments (das im 17. Jh. in franz. Dienst war)
trugen besondere Halsbinden. Später fand dann diese Halsbinde (in veränderter
Form) den Weg in die vornehmere Zivil-Bekleidung.
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Kregel
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Kregel ist ein alter Ausdruck für: munter, agil.
KREGEL [Lfg. 11,9], munter, lebensfrisch, ein nordd. wort: summa summarum mir war so recht kregel zu muthe,
so was man hundewohl nennen könnte. TIECK schriften 24, 81 (Berl. 1853), nov. 7, 130;
nd. kregel,
ostfries. krägel, lebhaft, munter. daher der name Kregel. Es ist aber auch dem md. nicht fremd,
in Hessen krêgel und krêl, munter, besonders von kindern und genesenden gesagt VILMAR 225;
(Heute meist nur noch dichterisch gebraucht).
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Krimstecher
auch:
Feldstecher.
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Eine Art Feldstecher (Fernrohr).
Krimstecher wurden im Krimkrieg (1853-1856) eingesetzt.
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Küchenlatein
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Als Küchenlatein (latinitas culinaria) wurde das Latein der Mönche und der
Universitäten des späten Mittelalters bezeichnet.
Das Küchenlatein wurde von den Humanisten dieser Zeit z. B. in den
Dunkelmännerbriefen bekämpft und
verspottet.
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Kümmeltürke
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Mit dem meist scherzhaft gebrauchten Begriff 'Kümmeltürke' war ursprünglich (im 18. Jh.) ein
Student aus der Gegend von Halle an der Saale gemeint.
Da in dieser Gegend sehr viel Kümmel angebaut wurde, nannte man die Region auch scherzhaft 'Kümmeltürkei'.
Noch vor wenigen Jahren wurde der Begriff 'Kümmeltürke' des öfteren abschätzig auf türkische Gastarbeiter umgemünzt.
???:
Wohl darauf anspielend, dass die Türken angeblich sehr viel Kümmel essen würden. Unklar ist (hier bei wispor.de)
allerdings, wie sich aus diesem Umstand Geringschätzigkeit, Minderwertigkeit ableiten ließ.
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Kurmede
auch:
Baulebung, Besthaupt, Butteil, Buttheil, Fallrecht, Hainrecht, Hauptrecht,
Mortuarium. In Frankreich gab es das: 'Meilleur cattel'.
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Die Kurmede ... war eine Naturalienabgabe (z. B. das beste Stück Vieh: Kuh, Stier ...),
die ein Erbe eines hörigen Bauern an den Gutsherrn leisten musste.
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