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Kadavergehorsam:
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Heute:
Blinder Gehorsam, vor allem beim dt. Militär des 2. WK gefordert.
Der Gründer des Jesuiten-Ordens: Ignatius von Loyola (*1491 +1556) verlangte in
seinen Vorschriften für diesen Orden (Constitutiones Societatis Jesu VI, 1,1 )
völligen, blinden Gehorsam
('... als wäre er ein Leichnam, der sich auf jede Weise drehen und wenden läßt ...')
der Brüder gegenüber ihren Oberen (die wiederum von der göttlichen Vorsehung geleitet
wurden ...).
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Kanarische Inseln:
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Der Name ist abgeleitet aus dem lat. canis = Hund. Die ersten (röm.)
Berichte erzählen von vielen wilden Hunden auf diesen Inseln.
Die Kanarienvögel haben ihren Namen von den Kanarischen Inseln - nicht
umgekehrt!
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Zum Katalog der Redewendungen
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Kantersieg:
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Meint: einen mühelosen, sehr leicht errungenen Sieg.
Der Begriff: Kanter soll aus dem Englischen (canter) gekommen sein. Er meint
dort einen: kurzen, leichten Gallop.
Gegenteil: Pyrrhussieg.
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'Unsicherer Kantonist':
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Ein 'unsicherer Kantonist' war ein (preußischer) Rekrut, der sich dem Militärdienst durch die
Flucht entziehen wollte.
Zu den Zeiten von Preußens Glanz und Glorie war das Land in sogenannte Kantone
(Rekrutierungsbezirke) eingeteilt.
Allerdings waren die Bestimmungen (durch den starken Einfluss des
*Merkantilismus)
derart löcherig, dass sich die Vermögenden in aller Regel "freikaufen" konnten.
Die Dienstpflicht musste deshalb vor allem von den unteren Schichten (den Bauern,
Handwerkern ...) ausgeübt werden.
Das 'Kantonreglement' ist eine von Friedrich Wilhelm I. 1733 eingeführte
Regelung (gültig bis 1814), die gewaltsamen 'Werbungen' (Zwangsrekrutierungen etc.)
in Preußen beenden sollte.
Im 'Kantonreglement' wird die Pflicht aller Untertanen zum Militärdienst bereits im Kindesalter
festgesetzt.
Dazu wurden Kantone (natürlich nach franz. Vorbild!), also feste militärische 'Aushebungsbezirke'
gegründet.
Jedem Regiment wird dazu ein bestimmter Kanton (etwa 5.000 'Feuerstellen' (Herdstellen) umfassend) zugewiesen,
aus dem es die nun Wehrpflichtigen zu rekrutieren hatte.
Die zukünftigen Soldaten wurden schon als Kinder in 'Stammrollen' eingetragen (der sog. 'Enrollierung')
und einem Regiment zugewiesen (je nach Heimat-Kanton).
Die Dienstpflicht eines Kantonisten (Wehrpflichtigen) betrug meist 2-3 Monate, die restlichen Monate eines
Jahres wurden zumindest die einheimischen Kantonisten beurlaubt, um ihrem eigentlichen 'Gewerbe' (Landwirtschaft ...)
nachzugehen zu können.
U. a. mit diesem System gelang es den preußischen Königen, angefangen mit Friedrich Wilhelm I. (der sich auch
dadurch den Beinamen 'der Soldatenkönig' erwarb, aus einer
Bevölkerung von nur ca. 2,5 Mio. Menschen, beständig ein stehendes Heer von 85 000 Soldaten zu bilden.
Dazu gehörten auch die berühmten 'Langen Kerls' (besonders groß gewachsene Soldaten).
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'Unter aller Kanone':
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Unter aller Kritik, besonders schlecht.
Die Bezeichnung hat nichts mit einem Geschütz zu tun.
Gemeint war ursprünglich ein Zensuren-Kanon (Note 1-5).
Studierende, Schüler haben den lat. Kommentar: "sub omni canone"
(= unter allem Kanon; hier: schlechter als Note 5) verballhornt zu:
'Unter aller Kanone'.
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'Etwas auf dem Kerbholz haben':
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Heute:
Etwas ausgefressen haben, Verbrechen begangen haben ...
Ein Kerbholz war noch bis in das 19. Jh. hinein ein Ersatz für ein Schuldbuch.
Es wurde u. a. bei Analphabeten (der Landbevölkerung ...) eingesetzt. Die Höhe der
Schulden wurde in zwei Kerbhölzer eingeschnitzt die passgenau übereinandergelegt
werden konnten. Das eine Holz bekam der Gläubiger, das andere der Schuldner.
So konnten beide Parteien sicher sein, dass die Höhe der Schulden nicht manipuliert
wurde.
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'Mit Kind und Kegel.':
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Heute:
Mit der ganzen Familie ...
Kegel hat hier nichts mit den Figuren beim Kegeln zu tun.
Es meint viel mehr: "Kindes Kegel".
Zunächst war dies die Bezeichnung für unartige Kinder und später dann für uneheliche Kinder. Auch
die unehelichen Kinder wurden im Hause des Vaters aufgezogen.
Siehe auch: Literaturbegriffe: Alliteration.
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"Mit dem Klammerbeutel gepudert sein.":
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Der Ausdruck soll erst im 20. Jh. entstanden sein.
Er bezieht sich wohl auf die Vorstellung, das jemand, der statt mit
einer Puderquaste mit einem Beutel mit Wäscheklammern "gepudert" wird,
(durch die Schläge auf seinen Kopf) einen "Dachschaden" davonträgt. Also
unzurechnungsfähig wird ...
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"Fünfte Kolonne":
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Fünfte Kolonne:
Damals wie heute:
Eine politische, militärische Gruppe, die während einer kriegerischen
Auseinandersetzung im eigenen Land mit dem Feind zusammenarbeitet.
Im übertragenen Sinne aber auch einfach nur unterwandernde Kräfte.
Geprägt wurde der Begriff vom faschistischen General Emilio Mola (ca. 1936). Er
wollte die 5. Kolonne (die schon in Madrid tätig war) den Aufstand dort beginnen
lassen.
E. Hemingway (der auch im Spanischen Bürgerkrieg aktiv war und aufseiten der Republik
gegen die Faschisten Francos kämpfte) hat eines seiner Theaterstücke (von 1938): "The
fifth column" genannt.
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Zum Katalog der Redewendungen
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"Arm wie eine Kirchenmaus.":
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Mäuse, die sich in eine Kirche verirrten, hatten früher (wie auch heute)
schlechte Karten, da es dort keine Speisekammer gab - sie müssen dort
verhungern; sind also ganz besonders arm d'ran ...
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"Nicht in den Kram passen.":
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Heute:
Nicht genehm sein, unpassend sein ...
Kram kommt vom ahd. "cram" und meint die Marktbude, bzw. die Waren eines
Krämes.
Gemeint ist also ursprünglich (aus der Sicht des Krämers gesehen!), dass etwas
nicht in das Warensortiment des Händlers (Krämers) passte.
Kaufmännisches:
ein Ausbund sein | in den Kram passen
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"In der Kreide stehen.":
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Damals wie heute: Schulden haben.
In früheren Zeiten schrieben die Wirte die Schuldbeträge ihrer Gäste mit Kreide
auf eine Tafel.
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Krokodilstränen:
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Bedeutung: vorgetäuschtes Mitleid ...
Krokodilstränen heißen so, weil im Mittelalter die Meinung (z. B. auch durch
Sagen ...) verbreitet war, dass Krokodile wie kleine Kinder weinen und schluchzen,
um Menschen anzulocken und dann zu verschlingen.
Diese Idee geht wohl auf die
Harpyien (griechisch Fabelwesen) zurück, denen ein
ähnlich hinterlistiges Verhalten "nachgesagt" wurde. Später wurde dieses
Verhalten auf die Krokodile übertragen.
Die Übertragung auf die heutige Verwendung: "vorgetäuschtes Mitleid ..." geschah
wohl ab dem 15. Jh.
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'... geht auf keine Kuhhaut':
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Bedeutung: Es sprengt den Rahmen, es ist nicht mehr zumutbar.
Auch hierzu gibt es wieder mehrere Deutungsversuche:
1. Eine präparierte Kuhhaut (ähnlich dem Pergament) als große Schreibfläche.
2. In der Antike setzten sich (bei einigen kultischen Handlungen) die die geopfert
hatten auf eine ausgebreitete Kuhhaut. Diejenigen, die dort nicht mehr unterkamen,
durften am Opferschmaus nicht teilnehmen.
Weitere Erklärungen sind (im Sinne, dass die Verbrechen unsäglich waren):
Im Mittelalter wurden zeitweise Verbrecher auf einer Kuhhaut zur Hinrichtung
geschleift. Ehebrecherin wurden gar in eine Kuhhaut eingenäht, dann zu einem
Fluss etc. geschleift und dort ertränkt.
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| Absolutismus = |
Der (Hoch-) Absolutismus bezeichnet eine Herrschaftsform des 17./18. Jh.
mit unbeschränkter Herrschaft eines Monarchen (Ausspruch des franz. Königs Ludwig XIV.
(*05. Sep. 1638 01. Sep. 1715) (des sogenannten 'Sonnenkönigs': "L'etat c'est moi"
(Der Staat bin ich))).
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| Merkantilismus = |
Der Begriff Merkantilismus wurde in der 2. Hälfte des 18. Jh. vom engl. Nationalökonomen
Adam Smith (*um 05. Jun. 1723 17. Jul. 1790) geschaffen.
Der Begriff bezeichnet eine Form der Volkswirtschaftslehre des
*Absolutismus
- vor allem darauf abgestellt, die fürstlichen Kassen (für: die Hofhaltung, das Beamtentum
und die Kriege ...) zu füllen.
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