Einführung:
Franz von Assisi (eigtl.: Giovanni Bernardone) war ein Wanderbußprediger und der Gründer des
Bettelordens der Franziskaner (1209/10).
Franz stellte sein Leben ganz in den Gedanken der Nachfolge Christi (Armut und Dienst am
Menschen). So wird Franziskus als selbstlos und opferbereit beschrieben.
Bei seinen missionarischen Wanderungen kam er (1219) bis nach Ägypten.
In seinem berühmten "Sonnengesang" (etwa: 1224) preist
Franziskus Gott für die Schönheit und Vollkommenheit der Schöpfung.
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Geschichtlicher Hintergrund:
Innocenz III. (Papst: [1198-1216]).
Unter Papst Honorius III. kam es auch 1226 zum
so genannten 'Albigenserkreuzzug'.
Die Albigenser waren eine Sekte, die große Anhängerschaft in Südfrankreich besaß. Die sich anschließenden
Albigenser-Kriege dauerten noch bis 1244.
Kreuzzug deshalb, weil Honorius III. die Albigenser zu Ketzern erklärt hatte.
Unter Honorius III. fand auch der (gemeint ist hier ein Kreuzzug im herkömmlichen Sinne,
mit Stoßrichtung in's 'Heilige Land') 5. Kreuzzug (1217-21) statt.
Die 'Christen' wurden dabei angeführt von: König Andreas von
Ungarn und Herzog Leopold von Österreich.
Papst Gregor IX. förderte zwar besonders die Bettelmönchorden (wie den des 1226 gestorbenen Franz von Assisi),
tatsächlich betrachtete Gregor IX. diese 'Radikalorden' (die z. B. die absolute Besitzlosigkeit für Kleriker forderten)
aber als ernsthafte Bedrohung für die Macht der Kirche.
Auch, um diese Art von Mönchsorden besser kontrollieren zu können, baute Gregor IX. die Befugnisse der
Inquisition ('dem Instrument' der Kirche gegen 'Ketzer', 'Häretiker', etc.) stark aus.
Siehe dazu auch: Dominikaner.
Randbemerkungen:
Franziskus Geburtsname war Giovanni. Sein Vater nannte ihn aber Franziskus. Wahrscheinlich
deshalb, weil die Mutter von Giovanni Französin war.
Franziskus war auch sehr humorvoll. Seinen eigenen Körper (von zahlreichen Krankheiten
geplagt) nannte er scherzhaft: 'Bruder Esel', da sein Körper viele Krankheiten und
Entbehrungen ähnlich einem Lasttier geduldig ertrug.
Franziskus wurde schon 1228 (besonders auch aus taktischen Gründen Gregor des IX.) heiliggesprochen.
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Der Sonnengesang (1224)
Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre
und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.
Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Sinnbild, o Höchster.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet,
hell leuchtend und kostbar und schön.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteren Himmel und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und liebenswürdig und kraftvoll und stark.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernährt und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.
Lobt und preist meinen Herrn
und sagt ihm Dank und dient ihm mit großer Demut.
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